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Der Unterschied zwischen Kugelventil und Schieberventil und ihre jeweilige Verwendung

Balg-Kugelventil01 Keilschieberventil-Balgdichtung

 

SchieberventileUndKugelventileSchieber- und Absperrventile sind relativ weit verbreitet. Bei der Wahl zwischen Schieber- und Absperrventilen fällt es den meisten Anwendern schwer, die richtige Entscheidung zu treffen. Worin besteht also der Unterschied zwischen einem Absperr- und einem Absperrventil, und wie wählt man das richtige Ventil in der Praxis aus?
Generell gilt bei der Ventilauswahl in Rohrleitungen: Schieber werden üblicherweise für flüssige Medien und Absperrventile für gasförmige Medien eingesetzt. Sowohl Kugel- als auch Schieberventile sind zwangsdichtende Ventile. Sie dichten durch Drehen des Ventils ab, indem sie die Scheibe und den Ventilsitz gegeneinander drücken, anstatt wie Kugelventile auf den Mediendruck angewiesen zu sein. Der Unterschied zwischen Kugel- und Schieberventilen sowie ihre jeweiligen Anwendungsbereiche und Abmessungen: Die Baulänge des Schiebers, d. h. der Abstand zwischen den Flanschflächen, ist kürzer als die des Absperrventils. Die Einbauhöhe und die Öffnungshöhe des Absperrventils sind geringer als die des Schiebers. Obwohl beide Ventile einen Drehhub aufweisen, beträgt die Öffnungshöhe des Absperrventils nur die Hälfte des Nenndurchmessers, die Öffnungszeit ist sehr kurz und die Öffnungshöhe entspricht dem Nenndurchmesser.
Der Unterschied in der Durchflussrichtung des Mediums: Schieberventile sind Zweiwegeventile, die in beide Richtungen abdichten und keine Anforderungen an die Einbaurichtung stellen. Absperrventile hingegen haben eine S-förmige Struktur und benötigen eine bestimmte Durchflussrichtung. Bei Absperrventilen mit einem Nenndurchmesser unter DN200 strömt das Medium von unterhalb des Ventiltellers nach oben, bei Absperrventilen mit einem Nenndurchmesser unter DN200 von oberhalb des Ventiltellers unterhalb der Klappe. Elektrische Absperrventile hingegen nutzen die Durchflussmethode von oberhalb der Klappe. Da bei den meisten Absperrventilen der Durchfluss von unterhalb der Klappe nach oben erfolgt, lässt sich das Öffnungsdrehmoment des Ventils effektiv reduzieren und das durch Öffnungsvibrationen verursachte Druckstoßphänomen vermeiden. Der Unterschied im Strömungswiderstand des Mediums ist erheblich: Im vollständig geöffneten Zustand durchströmt das Medium den gesamten Durchflusskanal des Schieberventils widerstandsfrei quer, es entsteht kein Druckverlust, und der Strömungswiderstandskoeffizient beträgt lediglich 0,08–0,12. Im Gegensatz dazu liegt der Strömungswiderstandskoeffizient des Absperrventils bei 2,4–6 und ist damit 3–5 Mal so hoch wie der des Schieberventils. Daher ist das Absperrventil für Betriebsbedingungen, die einen Druckverlust erfordern, ungeeignet.
Der Unterschied in der Dichtflächenstruktur: Die Dichtfläche des Absperrventils verläuft senkrecht zur Rohrleitung. Wenn sich im geschlossenen Zustand Verunreinigungen im Medium auf der Dichtfläche ablagern, kann die Dichtfläche des Ventilsitzes leicht beschädigt werden, wenn Ventilscheibe und Dichtsitz eine Abdichtung bilden. Beim Schieberventil hingegen wird die Dichtfläche beim Absenken des Schiebers abgewischt, wodurch das Medium weggespült wird und die Beschädigung der Dichtfläche durch Medienverunreinigungen deutlich reduziert wird.


Veröffentlichungsdatum: 01.07.2021